Durchfluss-Schaugläser sicher auslegen

Sieben Auswahlkriterien für die Prozessbeobachtung in Rohrleitungen

Was ein Durchfluss-Schauglas sichtbar macht

Blasen, Trübungen oder sichtbare Partikel können Hinweise auf den Prozesszustand liefern. Ein Durchfluss-Schauglas ermöglicht die direkte Beobachtung des Mediums und kann abhängig von dessen Eigenschaften auch Strömungsvorgänge sichtbar machen. Damit diese Beobachtung im laufenden Betrieb gelingt, müssen Ausführung und Einbauort zur Aufgabe passen.

Die ACI Industriearmaturen GmbH ist auf die Herstellung und Entwicklung von Schauglasarmaturen und individuelle Lösungen zur visuellen Prozessüberwachung spezialisiert. In diesem Beitrag erfahren Sie, worauf es bei der Auswahl eines Durchfluss-Schauglases in Bezug auf Medium, Druck, Temperatur und Einbausituation ankommt.

Durchfluss-Schauglas Typ 550 in der Schrägansicht Durchfluss-Schauglas Typ 550 in der Schrägansicht

Die Nennweite passt, die Druckstufe ebenfalls. Und trotzdem kann ein Durchfluss-Schauglas im Betrieb seinen Zweck verfehlen. Beispielsweise, wenn Ablagerungen die Sichtfläche verdecken, das Medium keine erkennbare Bewegung zeigt oder der Einbauort für die Beobachtung nur schwer zugänglich ist. Die Auswahl sollte daher stets mit einer konkreten Frage beginnen:

Was soll an dieser Stelle der Rohrleitung sichtbar werden?

Je nach Anwendung können dies Blasen in einer Flüssigkeit, Verfärbungen, Trübungen, sichtbare Partikel oder eine mithilfe eines Anzeigerotors erkennbare Strömung sein. Bei transparenten, homogenen Medien ist eine Bewegung dagegen nicht zwangsläufig sichtbar. Das gilt insbesondere für klare Gase.

Ein Durchfluss-Schauglas ergänzt die vorhandene Messtechnik und ermöglicht es, das Medium im laufenden Prozess direkt zu beobachten. Auch bei fehlender oder defekter Messtechnik.

Für die Auswahl sind sieben Kriterien entscheidend:

  1. Medium und Beständigkeit

    Gehäuse, Glas und Dichtungen müssen zum Medium, zum Druck und zur Temperatur passen. Konzentration, Feststoffanteile, Viskosität und der Aggregatzustand sollten ebenfalls bei der Auswahl der Werkstoffkombination berücksichtigt werden.

  2. Druck und Anschluss

    Die Druckangabe (Nenndruck-PN) allein genügt nicht. Entscheidend ist der zulässige Betriebsdruck (PS) bei der minimal/maximal zulässigen Betriebstemperatur (TS). Auch Druckspitzen und Vakuum sind zu berücksichtigen. Nennweite, Flanschstandard (DIN, ASME) und Baulänge müssen zur Rohrleitung passen.

  3. Temperatur und Glas

    Neben der Betriebstemperatur zählen Temperaturwechsel und Druckbeanspruchung. Die DIN 7080 behandelt thermisch vorgespannte runde Borosilikatglasplatten für Druckbeanspruchung bis 280 °C und im Tieftemperaturbereich bis zu -273 °C. Für höhere Einsatztemperaturen muss eine geeignete Ausführung anhand der konkreten Druck- und Temperaturbedingungen ausgewählt werden.

  4. Dichtungen

    Dichtungswerkstoffe sind unabhängig vom Gehäuse auszuwählen. Ihre Beständigkeit muss sowohl für den Prozess als auch für Reinigung und wechselnde Betriebszustände ausgelegt sein.

  1. Einbau und Zugänglichkeit

    Das Schauglas sollte so eingebaut werden, dass das Medium gut zu erkennen ist. Ausreichende Beleuchtung und genügend Platz für Reinigung und Wartung erleichtern den Einsatz im Alltag. Sollte die Umgebung schlecht beleuchtet sein oder das Medium evtl. schwer zu beobachten sein, ist eine zusätzliche Beleuchtungseinheit möglich.

  2. Zubehör

    Leuchten verbessern die Sicht bei trüben Medien. Bei Verschmutzung eignen sich Wischer, Sprühvorrichtungen oder eine Kombination von beiden, um die Prozessbeobachtung sicherzustellen. Für höhere thermische Belastungen (besonders bei Dampf- und Kondensatanwendungen) kann das Schauglas zusätzlich mit einer Glimmer-Schutzscheibe ausgestattet werden. Für Anwendungen mit aggressiven Chemikalien oder Laugen kann das Schauglas optional mit einer speziellen Beschichtung ausgestattet werden.

  3. Nachweise

    Werkstoffnachweise und zusätzliche Prüfungen gehören zu unseren Standards. Je nach Werksnorm, Aufstellungsort und Land können die Anforderungen an die Nachweise variieren. Wir berücksichtigen diese bereits bei der Konstruktion und Produktion und können standardmäßig eine Vielzahl der üblichen Nachweise bereitstellen. Welche Unterlagen konkret benötigt werden, sollte unbedingt vor der Bestellung geklärt werden, damit sie bei der Abnahme und Inbetriebnahme vollständig vorliegen.

Das Durchfluss-Schauglas Typ 550 von ACI Industriearmaturen besitzt Flanschanschlüsse nach DIN EN 1092-1 und wird in Anlehnung an DIN 11869 gefertigt. Die Konstruktion und die Berechnungen wurden von der TÜV SÜD Industrie Service GmbH vorgeprüft.

Mit vollständigen Daten zur passenden Konfiguration


Wer Beobachtungsaufgabe, Medium, Druck, Temperatur, Anschluss und Dokumentationsbedarf früh klärt, erleichtert die Auswahl und vermeidet spätere Anpassungen und eventuelle Mehrkosten.

Der ACI Schauglas-Konfigurator bietet einen Einstieg in die Produktauswahl. Die vollständigen Betriebsdaten bilden anschließend die Grundlage für die technische Abstimmung und ein anwendungsbezogenes Angebot.

Suchen... Ihre Eingaben sind ungültig! Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf! Möglicher Betriebsdruck: Erforderliche Dicke: Maximale Temperatur: Dies ist ein standard Schauglas, das wir gerne für Sie anfertigen. Dies ist ein Schauglas nach DIN Dieses ist ein Schauglas in Anlehnung an DIN , das wir gerne für Sie anfertigen.